Vorwort

Dunkles im Spiegel

Vorwort | Gerlinde Pölsler | aus FALTER 23/08 vom 04.06.2008

"Spiegelbilder"

nennt sich harmlos die Ausstellung auf dem zum Landesmuseum Joanneum gehörigen Schloss Trautenfels. Doch was sich in der Schau des Ennstaler Landschaftsmalers Emmerich Millim und der Debatte darüber spiegelt, sind weniger die schönen Ennsauen und der Kleine Buchstein. Vielmehr zeigt sie, wie schwer sich die Region mit ihrer jüngeren Geschichte noch immer tut. Und nicht nur sie.

Wie Falter-Redakteur Herwig G. Höller aufdeckte (16/08 und 22/08), präsentiert die Ausstellung die Werke Millims skandalös unkritisch. Sie bietet keinen Hinweis darauf, dass Millim eine regionale Nazi-Größe war. Der Katalog spielt seine Rolle herunter. Auch jene des Gründers des Museums Trautenfels, Karl Haiding, ist im Ort bis dato praktisch nicht aufgearbeitet. Haiding leitete ein "Institut für deutsche Volkskunde" im Rahmen der "Hohen Schule der NSDAP". Als Mitarbeiter des NS-Chefideologen Alfred Rosenberg, der im Gefolge der Nürnberger Prozesse 1946 exekutiert wurde, war er in Kriegsverbrechen


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