Irish Stress für die EU


Raimund Löw
Vorwort | aus FALTER 24/08 vom 11.06.2008

AUSLAND Irland stimmt über den EU-Vertrag ab. Das Land hat von Europa profitiert wie kein zweites, dennoch ist der Ausgang offen.

Vor dem entscheidenden Referendum über den EU-Reformvertrag ist Irland zum Spiegelbild sowohl der engen Grenzen als auch der glänzenden Erfolge der Europäischen Union geworden. Kein Land hat in den letzten 30 Jahren eine derart rasante Aufwärtsentwicklung erlebt wie das einstige Armenhaus Europas. Als zweitreichste Nation der EU rangiert Irland heute gleich hinter dem Finanzparadies Luxemburg. Während der Rest des Kontinents erst seine niedergehende Schwerindustrie mit hohen Kosten sanieren musste, sprangen die Iren von einer unterentwickelten Agrargesellschaft mit Analphabetismus und Hunger direkt ins IT-Zeitalter. Heute prägen Softwarefirmen aus aller Welt das Wirtschaftsleben der Insel. Der in Brüssel lebende Ökonom Viktor Sukup spricht vom "Vorteil des Nachzüglers", den Irland dank des gezielten Einsatzes der damals noch großzügigen EU-Fördergelder

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