Der Hund und die Wurst

Medien | Wolfgang Zwander | aus FALTER 24/08 vom 11.06.2008

MEDIEN Seit einem Jahr kontrolliert die Leseranwaltschaft den entfesselten Boulevard - und hat keine einzige Entscheidung gefällt.

Die Journalistin Eisabeth Horvath macht sich nichts vor: "Natürlich macht sich die Leseranwaltschaft lächerlich." Horvath ist verantwortlich für die Clearingstelle der Leseranwaltschaft, einer Art Ombudsstelle für verärgerte Leser. In letzter Zeit hat sie zwar viele Beschwerden erhalten - Stichworte: Kampusch und Amstetten -, doch in Wahrheit ist die Kontrollstelle ein Wachhund ohne Zähne.Und so kann Horwath, wenn die Medien versagen, nur ans Unrechtsbewusstsein des jeweiligen Chefredakteurs appellieren - oder Anzeige erstatten. Seit der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) 2002 wegen eines Streits mit der Journalistengewerkschaft den Presserat verlassen hat, gibt es keine Selbstkontrolle der Printmedien mehr. Verstöße gegen den "Ehrenkodex der Presse" bleiben sanktionslos. Um dieses Vakuum zu füllen, gründeten der Verein der Chefredakteure und


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