Kraliceks Festwochen-Tagebuch (5)

Kultur | aus FALTER 24/08 vom 11.06.2008

Während der Wiener Festwochen hat der Theaterredakteur viel zu tun: Fast jeden Abend ist was. Und er weiß, jeden Abend könnte ein Wunder geschehen. Für alle, die daheimbleiben müssen, führt er Tagebuch: Notizen eines Festwochenbesuchers auf der Suche nach dem Theaterglück.

Dienstag, 3. Juni: Der argentinisch-spanische Regisseur Rodrigo García gilt als Härtling unter Europas Theatermachern. Seine neue Arbeit trägt den barocken Titel "En algún momento de la vida deberías proponerte seriamente dejar de hacer el ridículo" ("Irgendwann im Leben solltest du ernsthaft damit anfangen, dich nicht mehr lächerlich zu machen"), und zumindest in einer Sequenz wird der Ruf des Regisseurs bis zum Erbrechen eingelöst: Ein Mann wälzt sich in Exkrementen, eine Frau kotzt, über dem Rücken eines anderen Manns wird ein Haufen Würmer ausgeleert. Der Abend hat aber auch subtilere Szenen (und gute Texte) zu bieten. Ein anschauliches Beispiel für die lakonisch-depressive Komik der Performance:


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