Nüchtern betrachtet

Was man von einer Hose wollen soll

Kultur | aus FALTER 24/08 vom 11.06.2008

Mein Interesse an Mode ist für eine männliche Hete wahrscheinlich überdurchschnittlich hoch, zugleich ist mein Verhältnis zu diesen Dingen von einer nachgerade bäuerlichen Schlichtheit. Eine Hose etwa halte ich zunächst einmal für ein Stück Stoff, das seinen Träger vor meteorologischen Übergriffen und indezenten Blicken schützt, anatomische Mängel verdeckt und morphologische Vorzüge zart herausstreicht. Darüber hinaus verhindert es, dass man in die Herrenhandtaschenfalle tappt, nur weil man nicht weiß, wo man Brieftasche, Taschentuch und Wohnungsschlüssel hintun soll. Es gibt einige Grundanforderungen an Beinkleider, die ich in jedem Falle erfüllt sehen möchte: So sollen Sie etwa bei Regen ihr Gewicht nicht verzehnfachen, sich bei Sonneneinstrahlung nicht selbst entzünden, beim Ausziehen keinen elektrischen Funkenflug verursachen und im Genitalbereich eher an das zarte Vorbeistreichen von Frühlings- oder Eigenwinden erinnern als an Schmiergelpapier mit Secherkörnung.


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