Frau Mao nimmt sich Zeit


Gerlinde Pölsler
Politik | aus FALTER 24/08 vom 11.06.2008

STADTENTWICKLUNG Herr Farmah, Herr Otter, Frau Mao - drei Gesichter, die die Annenstraße prägen. Mit dem neuen ECE-Center und mehr Platz für Flanierer will die Stadt der angeschlagenen Straße nun endgültig den Turnaround verschaffen. Aber wohin soll's gehen - Klein-Peking oder Designerviertel? Naschmarkt oder coole Shoppingmeile?

Pickt!", ruft es aus der Umkleidekabine im Hongkong-Markt, der Jeans, Taschen und Shirts extrem billig feilbietet. "Jeders Stück 1 Euro", steht auf einem Schild über einem glänzenden grasgrünen String-Tanga mit der Aufschrift "Sexkiss". Die ältere, grauhaarige Dame mit Pferdeschwanz späht aus der Kabine, Mao Liu Jiao, die hier im Laden ihres Bruders angestellt ist, eilt zu ihr. Die Kundin sucht Leggings. "Pass' ich wohl in die?", hat sie gefragt, als die Verkäuferin ihr eine hingehalten hatte. "Das glaub' ich schon!", hat diese geantwortet und sie angelächelt. "Ohne dass sie am Fuß pickt? Der ist nämlich dick, der Fuß!" Geduldig sucht Frau Mao andere

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