Stigma Guantánamo


Florian Klenk
Vorwort | aus FALTER 25/08 vom 18.06.2008

KOMMENTAR Die Geschichte des US-Internierungslagers ist eine Lektion über die Verwundbarkeit des Rechts.

Guantánamo? Dazu scheint alles gesagt. Normalität macht sich dort breit. Sechs Fastfoodlokale und einen Minigolfplatz gibt es im Lager. Sogar die "feindlichen Kämpfer", so berichten Presseoffiziere, schätzen das Fastfood. Die "kooperativen" Gefangenen bekommen bei Verhören Brötchen von Subway und sie dürfen abends ins Gefängniskino - zu sehen gibt es Naturfilme aus Alaska. Zwei hungerstreikende Häftlinge werden derweil mit Nasenschläuchen zwangsernährt. Seit über 900 Tagen protestieren sie gegen ihre unbegrenzte Internierung ohne richterliche Kontrolle.

Bald könnte ihr Protest ein Ende finden. Die neun aktiven Richter des US-Supreme Court stellten vergangenen Donnerstag mit knapper 5:4-Mehrheit fest, dass die 270 inhaftierten "feindlichen Kämpfer" nach dem angloamerikanischen "Habeas Corpus Act" das Recht haben, ihren Fall vor ein unabhängiges US-Gericht zu bringen. Dieser

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