Wenn Nelken welken

Werner A. Perger | Politik | aus FALTER 25/08 vom 18.06.2008

ESSAY Alfred Gusenbauer, das SPÖ-Schlamassel und die Apokalypse der Linken in Europa.

Daheim mag's ihm schlechtgehen, aber draußen macht er, alles in allem, bella figura. Jedenfalls hat Kanzler Alfred Gusenbauer dort, wo er aufgetreten ist, fast durchweg gute Nachrede, ob in Washington oder London, Brüssel oder Berlin. Er gilt als einer, der Bescheid weiß, Details kennt und in Zusammenhängen diskutieren kann, nicht nur anhand seiner Sprechzettel. Und noch ist er nicht so arrogant, dass er anderen über den Mund fährt oder bei Presseterminen hinterherstänkert. Das ist schon was.

Dass er Fremdsprachen beherrscht und sie auch gerne benützt, ist fern der Heimat ja auch ein Vorteil. Die Deutschen, bei denen das mit den Fremdsprachen weniger ins Gewicht fällt, mögen wenigstens den unüberhörbar ostösterreichischen Sound im Kanzlerdeutsch. Ein bissel Verbalfolklore hilft immer, wie man schon aus Karl Kraus' "Die letzten Tage ..." weiß ("Dialekt, Ganghofer, Dialekt!"). Spanisch übrigens

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