Kommentar

Zirkus Festwochen: Herrreinspaziert!!!

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 25/08 vom 18.06.2008

Heuer begann jede Aufführung der Wiener Festwochen dezent wie eine Zirkusvorstellung: „Herrreinspaziert!!!“ Mit diesem Hutschenschleudererschmäh wurde die obligate Tonbanddurchsage eingeleitet, mit der die Besucher gebeten werden, ihre Handys abzuschalten. Das bringt in der Sache wenig, weil meistens trotzdem irgendein Handy läutet, den Festwochen aber wohl viel Geld: Die Durchsage ist zugleich Werbung für einen Sponsor des Festivals („Einen spannenden Abend wünscht …“). 26-mal besuchte ich in den vergangenen sechs Wochen Vorstellungen der Wiener Festwochen, 26-mal hörte ich das „Herrreinspaziert!!!“-Geplärre, und ich frage mich, ob das wirklich sein musste. Gut und schön, wenn ein hochsubventioniertes Festival in der Privatwirtschaft zusätzliche Gelder lukriert – aber ist es das wert? Ich jedenfalls würde nächstes Jahr gern auf eine Produktion verzichten, wenn ich dafür die Tonbandstimme nicht mehr hören muss.

Auf eine Produktion mehr oder weniger kommt es bei


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