Ohren auf

Von wegen Franzl!

Kultur | Carsten Fastner | aus FALTER 25/08 vom 18.06.2008

Es könnte ewig so weitergehen, wenn Gottlieb Wallisch Schubert spielt – mit warmem, dunklem Ton, ohne je in falsches Sentiment abzugleiten, das so gefährlich nahe läge. Doch immer wieder bricht die Musik ab oder versiegt unmerklich in irritierender Stille. Wallisch spielt „Schubert-Fragmente“ (Naxos/Gramola). Mit zwei Torsi (D 655, D 769a/994) sowie den unvollendeten Sonaten Nr. 1, 8 und 15 schließt der in Deutschland lebende Wiener eine ausgezeichnete CD-Trilogie ab, auf der er Schubert als ringenden, nicht als scheiternden Komponisten zeigt und ganz puristisch keine Note mehr anschlägt als notiert – obwohl manches, wie ja oft geschehen, unschwer zu ergänzen wäre. Gerade diese dokumentarische Strenge sorgt für Gänsehaut beim Hören.

Auch Herbert Schuch hat mit den Sonaten D 537 und D 894 (Oehms/Lotus) hervorragende, von Alfred Brendel angeregte Schubert-Interpretationen vorgelegt. Der junge rumänisch-deutsche Pianist punktet mit beeindruckender Souveränität und Individualität

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