Götterdämmerung und Morgenrot

Kultur | Carsten Fastner | aus FALTER 25/08 vom 18.06.2008

MUSIK Mit Alfred Brendel und dem Alban Berg Quartett verlassen zwei Institutionen der klassischen Musik nach Jahrzehnten die Konzertbühne. Wer kann ihnen folgen?

Von allen Qualitäten, für die der Konzertpianist Alfred Brendel Musikliebhabern dereinst in Erinnerung bleiben wird, würde die Milde seiner Mahnungen vielleicht zuletzt genannt werden. Und doch zeigt sich, wenn Brendel auf der Bühne matt lächelnd den Finger hebt, um dem Hustenreiz des Publikums Einhalt zu gebieten, viel vom Selbstverständnis dieses großen, uneitlen Künstlers. Seine Gestik und Mimik sind eindeutig: Nicht für sich, für den Komponisten bittet er um Ruhe und Aufmerksamkeit.

So war es auch, als Brendel Anfang Juni im Großen Saal des Musikvereins sein letztes Recital in Wien gab. Der Meister verabschiedet sich, im Alter von 77 Jahren, von der Konzertbühne. Und es ist durchaus bezeichnend, dass er diesen Abschied am liebsten geheimgehalten hätte. Im Mittelpunkt des Interesses steht er ungern; dieser Platz


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