Buch der Stunde

Traurige Trinker

Kultur | Thomas Askan Vierich | aus FALTER 25/08 vom 18.06.2008

Australische Krimis sind im Aufwind. Peter Temple hat mit seinem preisgekrönten und sehr empfehlenswerten Roman „Kalter August“ das Eis gebrochen. Der heute 42-jährige Andrew McGahan gewann vor acht Jahren mit „Last Drinks“ den australischen Ned Kelly Award für die Best First Crime Novel. Und wurde jetzt endlich ins Deutsche übersetzt. Was McGahan erzählt, weist weit über den Erwartungshorizont hinaus, den dieses Genre gemeinhin vorgibt.

Er berichtet von einem (wahren) Politikskandal in der australischen Provinz, als Ende der 80er-Jahre eine Regierung und mit ihr ein jahrzehntealtes System aus Korruption und Bereicherung hinweggefegt wurde. Betroffen war davon eine Clique aus Politikern, Gastronomen, Gangstern und Journalisten. Mit dabei auch der Ich-Erzähler George, der einige Jahre zum gefeierten Rat-Pack der Provinzhauptstadt Brisbane gehörte.

Zehn Jahre danach ist der ehemalige Starkolumnist George Journalist bei einer Lokalzeitung, weit weg von Brisbane. Seine alten Kumpels


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