Stadtleben

Stadtleben | aus FALTER 25/08 vom 18.06.2008

Sex

EUROtik Als Sexkolumnistin muss man derzeit natürlich eine Meinung dazu haben, 1. in welchem Verhältnis Fußball und Sex zueinander stehen und 2. in welchen Fußballer man eventuell verknallt sein möchte. Zu 2. ist zu sagen, dass die eh alle eher jung und fit sind und sozusagen für alle was dabei sein sollte. Ribéry, wenn man auf den Typ sexy sicko steht, Ballack, wenn man dem Liebsten einfach durchs Haar wuscheln und ein Nutellabrot schmieren möchte. Mit 1. ist das so eine Sache. Bei anderen Kollektivereignissen mit Alkoholzwang und erhöhtem Männeranteil (Rockkonzerte, Feuerwehrfeste) wittert man durch die Schweiß- und Alkoholdämpfe noch das eine oder andere Hormon. Gejohlt und gesoffen wird – auch – zwecks Weiberbeeindruckung, da geht danach eventuell noch was. Aber für Schlachtenbummler ist das Johlen und das Saufen Selbstzweck. Danach kommt nur noch das Speiben. Der Falter weiß schon, warum er „Sex“ und „Fußball“ fein säuberlich in zwei Kästchen trennt.

Heidi List

Fussball

Die Sprache des Fußballs (16) In der Sprache der Fußballreporter haben sich Sätze eingebürgert, die wir alle ganz normal finden, obwohl sie eigentlich unsinnig sind. Beispiel eins: Die Situation: Der Ball geht an die Stange. Der Reporter-Satz: „Die Stange verhindert Schlimmeres.“ Das Problem: Mit „Schlimmeres“ ist ein Tor gemeint. Aber was der Komparativ hier verloren hat: Schlimmeres als was – kein Tor? Beispiel zwei: Die Situation: Ein Spieler läuft allein aufs Tor zu und schießt den Ball am Tormann vorbei ins Netz. Der Reporter-Satz: „Ein Spieler seiner Klasse lässt sich eine solche Chance natürlich nicht entgehen.“ Das Problem: Tatsächlich lassen sich Spieler aller Klassen in beinahe jedem Spiel solche Chancen entgehen. „Natürlich“ ist hier also zunächst einmal gar nichts – aus guten Gründen fällt der Satz auch immer erst dann, wenn die Chance schon verwertet wurde. wolfgang kralicek


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