Das Hirn isst mit

Stadtleben | Florian Holzer | aus FALTER 25/08 vom 18.06.2008

NEUES LOKAL Ein hübscher, zentral gelegener Take-away-Laden verspricht Kraft, Intelligenz und Konzentration durch Suppe & Co.

Vorweg ein paar Gedanken zum Thema „functional food“, also Essen, das in unserem Körper einen gewissen Effekt auslöst: Die Idee ist ja nicht gerade neu – das Herz des Bären, die Hoden des Stiers, das Blut des Drachen, alles eher nicht deshalb, weil’s so super schmeckt, sondern weil man sich was davon erhoffte. In Zeiten von Hexenverbrennungen konzentrierte sich diese Wissenschaft dann doch lieber auf grundlegende Wirkungen wie Sättigung. Mit Leuten wie John Harvey Kellogg erlebte der archaische Mythos dann allerdings wieder eine Renaissance, die einstweilen in den Joghurtregalen der Supermärkte einen vorläufigen Höhepunkt erfährt. Dass eine Stelze zu Mittag den Körper müde macht, der Verzehr diverser Pilze die Fantasie anregt und 36 Austern einen gewissen Effekt der Unruhe hervorrufen können, sei unbestritten, der Rest hat viel mit Glauben zu tun.


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