Spielplan

Kultur | Walter Brantner und Carmen Weilharter | aus FALTER 25/08 vom 18.06.2008

Ein Feuer! Ein Feuer! Das fährt von der Erde in den Himmel und ein Getös' herunter wie Posaunen. Wie's heranklirrt!" Mit der Wucht einer eisernen Faust kracht das düster-expressive Meisterwerk "Wozzeck" auf die Opernbesucher hernieder. "Im Publikum darf es keinen geben, der von etwas anderem erfüllt ist als von der weit über das Einzelschicksal Wozzecks hinausgehenden Idee dieser Oper", hatte sich der musikalische Leiter Dirk Kaftan in einem Interview gewünscht. Mit der hypnotischen Umsetzung der Oper von Alban Berg nach einem Drama-Fragment von Georg Büchner ist das gelungen. Wozzeck ist ein einfacher Soldat, der, von seinem Hauptmann und einem abartigen Doktor missbraucht, seine untreue Geliebte, mit der er ein uneheliches Kind hat, ermordet und sich in einem Teich ertränkt. Die auf einem Kriminalfall von 1821 basierende Geschichte geizt nicht mit Aussagen, die jedem mit der geringsten Affinität zu Depression und Paranoia einen Schauder des Erkennens über den Rücken jagen.


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