Der Prozess

Politik | Gerlinde Pölsler | aus FALTER 26/08 vom 25.06.2008

JUSTIZ Unvollständige Beweismittel, fehlerhafte Übersetzungen und Staatsanwälte, die auf neue Erkenntnisse nicht reagierten: Eineinhalb Jahre saß der Franzose Issa Fatty wegen angeblichen Drogenhandels in U-Haft - zu Unrecht.

Issa Fatty legt eine dicke Mappe auf den Tisch im Café Parkhouse und schlägt sie auf: Anklageschrift, ein Beschluss, wonach über ihn die Untersuchungshaft verhängt wird, viele Beschlüsse auf Fortsetzung der U-Haft. "Und hier", hält der 37-Jährige mehrere händisch beschriebene Zettel hoch, "habe ich mich ans Justizministerium und an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gewandt. Die haben mir alle geantwortet: Ich muss einfach warten." Es ist Anfang April und einer der ersten Tage, an denen es sich draußen sitzen lässt. Der aus Sierra Leone stammende Issa Fatty hat aber andere Sorgen. Vor zwei Jahren und vier Monaten, Fatty war gerade acht Tage in Österreich, nahm die Polizei ihn wegen angeblichen Drogenhandels fest. Ganze eineinhalb Jahre


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