Generation Juso

Politik | Barbara Tóth | aus FALTER 26/08 vom 25.06.2008

SPÖ. Wie Kreiskys politische Erben erfolgreich nach der Macht strebten und diese nun verspielen.

Es war wie damals. Sich mit dem gefährlichsten Konkurrenten verbünden, einen vermeintlichen Verräter identifizieren, den Hauptgegner überrumpeln und am Ende die Deutungshoheit über die Ereignisse erlangen - nach diesem Muster wurden vor 30 Jahren viele Fraktionskämpfe in der Sozialistischen Jugend entschieden. Nach ähnlicher Manier putschte SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer Montag vor einer Woche auch gegen seine eigene Partei. Er installierte den beliebteren Verkehrsminister Werner Faymann als "geschäftsführenden Parteiobmann", inthronisierte seine Vertraute, Frauenministerin Doris Bures, als alleinige Parteigeschäftsführerin und verkündete die neue Machtaufteilung der verblüfften Presse, noch bevor die Gremien sie abnicken konnten. Dass sie es dann gar nicht taten, spielte in der medialisierten Öffentlichkeit kaum mehr eine Rolle. Fait accompli.

Die Rolle des Verräters wurde dem ehemaligen


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