"Wie ein irres Tier"

Politik | Julia Ortner | aus FALTER 26/08 vom 25.06.2008

PSYCHIATRIE Ehemalige Patienten und Angehörige dürfen in der städtischen Untersuchungskommission zur Psychiatrie nicht sprechen. Hier schon. Zwei Menschen und ihre Geschichte.

In jener Nacht ist er wieder einmal durchgedreht. Peter Lang* fährt vor fünf Jahren hinauf zur Hohen Warte, stellt sich vor eine Villa und schreit: "Hilfe!" Es ist das Haus des Bundespräsidenten. Lang hat eine schwere Krise mit seiner Exfrau, das Staatsoberhaupt soll helfen, der PR-Manager kennt ihn ja von früher. Doch statt des Präsidenten kommt die Polizei - und bringt ihn auf den Steinhof. Dort empfangen ihn zwei Ärztinnen und ein Dutzend Pfleger. Lang, Diagnose "schizoaffektiv-psychotisch", versucht seine Idee mit dem Bundespräsidenten zu erklären. "Keine Krankheitseinsicht", notieren die Ärztinnen in Langs Akte. Er bekommt schwere Beruhigungsmittel. "Zack, ab ins Netzbett, mit Gewalt", sagt er. Im Otto-Wagner-Spital wird er noch Schlimmeres erleben.

Auch Alexandra Werners* Schwester war schon am Steinhof.


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