"Der Papst ist der Schlimmste"

Kultur | André Müller | aus FALTER 26/08 vom 25.06.2008

LITERATUR Mit "Die Wohlgesinnten", seinem Skandalroman über einen feinsinnigen und perversen SS-Offizier, hat Jonathan Littell für enthusiastische und empörte Reaktionen gesorgt. In einem der raren Interviews erklärt er, warum er den Ruhm hasst, das Leben erträgt und Peter Handke für einen Arsch hält.

Es kommt nicht oft vor, dass ein Schriftsteller mit nur einem Werk in die schwindelnden Höhen des Weltruhms katapultiert und so von Anfang an der Notwendigkeit seiner Selbstvermarktung enthoben wird. Jonathan Littell, gebürtiger US-Amerikaner und durch seine Einbürgerung vor einem Jahr zusätzlich Franzose, hat sein bisher einziges Interview im deutschsprachigen Raum dem Spiegel gegeben. Auf seinen voluminösen (1380 Seiten) und, wie man sagen muss, skandalösen Roman über den nationalsozialistischen Horror, "Die Wohlgesinnten", der 2006 auf Französisch vorliegt, und mittlerweile auch in 27 Übersetzungen erschienen ist, reagierten Rezensenten und Leser entweder fasziniert oder


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