Rausch für Rausch

Kultur | Joachim Schätz | aus FALTER 26/08 vom 25.06.2008

FILM In seinem ersten Film seit neun Jahren verschränkt Erick Zonca Charakterstudie und Thrillertaumel. Aber trotz Tilda Swinton ist "Julia" eine Geduldsprobe.

Ein Morgen danach: Benommen schält sich eine Frau in grünem Paillettenkleid und zu hohen Stöckelschuhen aus dem Auto, in dem sie die Nacht verbracht hat. Die Zärtlichkeiten ihres Begleiters weist sie schroff ab. Stabil ist in Julia Harris' Leben einzig ihre Beziehung zum Alkohol. Das Porträt einer Trinkerin legt Tilda Swinton akribisch physisch an, mit tauber Zunge und schwankendem Gang, verleiht ihr zudem eine Menge resoluter Bockigkeit: Ihre Arbeit in einem Immobilienbüro verliert Julia eine Szene später nicht nur wegen ihrer notorischen Unzuverlässigkeit, sondern auch, weil sie sich zum reuigen Suchtopfer so überhaupt nicht eignet.

"Julia" ist der erste englischsprachige Film des Franzosen Erick Zonca, der Ende der 90er mit "Liebe das Leben" und "Der kleine Dieb" auf sich aufmerksam gemacht hat: Arbeiten in der Tradition


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