Gänsehäutige Götter

Robert Rotifer | Kultur | aus FALTER 26/08 vom 25.06.2008

LONDON SOUNDFILES Die Wild Beasts und White Williams: Was eine nordenglische Band, die nicht rockt, mit dem Laptop-Boogie eines hörgeschädigten Amerikaners verbindet.

Wo die Frage schon unbeantwortet in der Luft liegt: Ja, es gibt ihn, den guten Fußballsong. Und genauso wie das gute Liebeslied lieber den Schmerz vertont als banal die Erfüllung zu loben, planscht auch der gute Fußballsong nicht euphorietrunken im Denkmalbrunnen, sondern seufzt schwere Wehmut auf der falschen Seite der Tribüne. "Der Platz stöhnt wie der Bauch eines schlafenden Wals", heißt es in "Woebegone Wanderers", der einsamen Krönung dieses gottverlassenen Genres. "Bei meinem Schwanz und meinen Eiern und den vier Wänden meiner Familie" schwört der leidgeprüfte Fan in flennendem Falsett, dass er seinen Verein diese Saison nicht verraten wird. Doch der gute Vorsatz kann nicht länger als eine Strophe halten, gilt dieser Song, wie sein Titel schon erahnen lässt, doch ausgerechnet dem ebenso chronisch uncharmanten

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