Monografie Josef Frank

Geplante Spontaneität

Kultur | aus FALTER 26/08 vom 25.06.2008

Ich habe den skandinavischen Stil geschaffen", gab Josef Frank 1949 in einem Interview zu Protokoll. Die Zusammenarbeit mit der schwedischen Designfirma Svenskt Tenn erlaubte es dem 1933 nach Stockholm emigrierten Sozialdemokraten aus Wien, seine Vorstellungen einer undogmatischen, Sachlichkeit wie Behaglichkeit gleichermaßen einschließenden Formgebung umzusetzen. "Der Gschnas fürs G'müt und der Gschnas als Problem" (1927) lautet ein gegen die Standardisierungsideen des Bauhaus gerichteter Aufsatztitel mit Wiener Zungenschlag. Er ist, neben einigen anderen Schlüsseltexten Franks, in der von Iris Meder herausgegebenen Monografie über den Meister der geplanten Spontaneität enthalten. Die Texte würdigen seine Beiträge zum sozialen Wohnbau, die Planung der Wiener Werkbund-Siedlung, seine Raumkompositionen für Villen sowie seine fantastisch zeitgemäß wirkenden Textilentwürfe, etwa den Stoff "Manhattan", eine Kopie des Stadtplans von Manhattan, in dem der Central Park das Raster der angrenzenden Straßen durchbricht.

M. D.

Iris Meder (Hg.): Josef Frank.

Eine Moderne der Unordnung. Verlag

Anton Pustet, Salzburg 2008. 143 S., € 32,-


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