Aus Not im Paradies

Kultur | Nicole Scheyerer | aus FALTER 26/08 vom 25.06.2008

AUSSTELLUNG "Moderne auf der Flucht": Das Jüdische Museum dokumentiert Leben und Werke österreichischer Künstler im französischen Exil.

Einen französischen Namen hatte sie sich schon lange vor ihrer Abreise zugelegt. Im Jahr 1925 verließ die selbstbewusste Fotografin Madame d'Ora ihre Heimatstadt, um in Paris ein Studio zu eröffnen. In ihrem Wiener Fotoatelier führte die als Dora Kallmus Geborene Regie, während ihr Kompagnon Arthur Benda den technischen Part übernahm. Nicht mehr die Inszenierungen des Jugendstils prägen ihre Pariser Fotos, sondern eine mondäne Eleganz. Golden glänzt der schöne Körper von Josephine Baker auf einem Foto von 1928, auch von Coco Chanel und Maurice Chevalier entstanden glamouröse Aufnahmen. Was für ein Kontrast zu den Menschen, die Madame d'Ora 1945 ablichtete. Die wenig bekannten Flüchtlingsfotos, die jetzt in der Ausstellung "Moderne auf der Flucht" zu sehen sind, schoss die jüdische Fotografin, nachdem sie sich selbst fünf Jahre in Südfrankreich


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige