Das Spiel mit der Masse

Wir sind 08 | Florian Klenk | aus FALTER 26/08 vom 25.06.2008

ARCHITEKTUR Der Wiener Architekt Albert Wimmer baute drei Stadien für die EM. Dafür musste er auch die Natur des Menschen erforschen.

Die ganze Stadt ist Stadion - so bewirbt Wien die Fanzonen. Doch ein gutes Stadion, das ist mehr als ein paar Absperrgitter, Securities und Bier. Der Wiener Architekt Albert Wimmer hat die EM-Stadien in Innsbruck, Klagenfurt und Salzburg gebaut. Hier erklärt er, was Stadien für ihn bedeuten, wie Menschen darin begeistert, kontrolliert, aber auch unterdrückt werden können.

Falter: Herr Wimmer, was muss man über den Menschen wissen, um ein gutes Stadion zu bauen?

Albert Wimmer: Die Dualität zwischen Individuum und Kollektiv erlebt man nirgendwo besser als im Stadion. Im Stadion sehen wir Masse, Macht, Freude, Emotion, manchmal auch Panik, Kontrolle, Wut oder auch Brutalität. Der Besucher geht zunächst alleine zum Stadion, er wächst in ein Kollektiv hinein, um gemeinsam ein Spiel zu erleben. Dort klopft der Hackler dem Direktor auf die Schulter und alle


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