Ballspiele

Wir sind 08 | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 26/08 vom 25.06.2008

GESELLSCHAFT Wie schwul ist Fußball? Diese Frage stellt sich auch eine Ausstellung zur Euro.

Er würde keinem schwulen Profifußballer raten, sich zu outen, sagte der Hamburger Corny Littmann vergangene Woche im deutschen Fernsehen. Dazu muss man wissen, dass Littmann Präsident des Vereins St. Pauli ist - und einer der bekanntesten Schwulen der Stadt. Bei St. Pauli ist die Sexualität des hauptberuflich Kulturschaffenden kein Thema mehr, Schwule und Fußball aber schon. Homophobe Attacken, Beschimpfungen auf dem Platz gehören zum Männersport dazu. Und schwule Kicker gibt es sowieso nicht. Littmann behauptete in der ZDF-Diskussion, an der auch ein offen schwuler ehemaliger Zweitligaspieler und ein Bundesligatrainer teilnahmen, das Gegenteil: Bei der Euro würden einige Schwule über den Rasen laufen. Man könne, so Littmann, schwule Fußballer daran erkennen, dass sie tendenziell härter spielen, um besonders "männlich" zu wirken und ihr Geheimleben zu vertuschen. Das zeige sich dann


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