"Deutliche Abweichungen"

Politik | Kurt Langbein | aus FALTER 27/08 vom 02.07.2008

MEDIZIN Die Justiz ermittelt gegen den prominenten Arzt Michael Zimpfer wegen schweren Betrugs.

Das Gerücht ließ Wiens Ärzteszene aufhorchen: Im Wiener Rudolfinerhaus setze der prominente Anästhesist Michael Zimpfer eine Behandlungsmethode namens "Epiduroskopie" viel öfter ein, als es technisch möglich ist. Bei vielen Patienten würde einfach über einen Katheter schmerzstillendes Cortison in die Wirbelsäule gespritzt. Verrechnet würde dann aber der teure Eingriff. Die Patienten erhielten bei der Befundbesprechung sogar Fotos aus "ihrem" Wirbelkanal. In Wahrheit seien es Bilder von anderen, wirklich Operierten.

Schon im März berichtete der Falter von solchen Unregelmäßigkeiten: In vielen dutzend Fällen beschrieben Zimpfer und sein Team im OP-Bericht die teure Epiduroskopie, während die OP-Schwestern, die zur Protokollierung aller Instrumente verpflichtet sind, lediglich den Einsatz eines Kathetersets vermerkten. Es fanden sich Patienten, die identische Fotos als Bildnisse aus


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