Presseschau

Medien | Nina Horaczek | aus FALTER 27/08 vom 02.07.2008

Barbara Rosenkranz hat Konkurrenz bekommen. Seit die FPÖ-Politikerin im Mai 2005 als einzige von 183 Parlamentariern gegen die EU-Verfassung stimmte, entwickelte sie sich zum Liebkind der Krone - weniger im Politikteil des Blattes, hauptsächlich auf den von Herausgeber Hans Dichand persönlich ausgewählten Leserbriefseiten. Dort war sie "sprichwörtlich der Fels in der Brandung, gilt es, als Mahnerin und Hüterin für ein nicht fremdgesteuertes Österreich einzutreten", schreibt ein Leser, "Barbara Rosenkranz sollte unser Vorbild sein. Heimatbewusst, kinderliebend, einfach lebend; einziger Luxus - ihr schöner neuer Kachelofen", ein anderer. Oder einfach nur ganz kurz: "Barbara Rosenkranz ist, die Patriotin'" Und jetzt? Nun lächelt statt Rosenkranz die SP-Prominenz von der Leserbriefseite. "Der neue SPÖ-Chef Faymann zeigt Molterer, wie es geht", ist jetzt dort zu lesen. Und das alles nur, weil die Sozialdemokraten nun auch brave Leserbriefschreiber sind. So schnell sind die Krone-Leser also zu überzeugen. Vielleicht sollte Grünen-Chef Alexander Van der Bellen auch einmal 50 Cent in eine Briefmarke investieren.


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