Kommentar

Fußball und Kultur: der Wiener Weg

Kultur | Carsten Fastner | aus FALTER 27/08 vom 02.07.2008

Man kann getrost davon ausgehen, dass das Publikum der Wiener Staatsoper keineswegs so furchtsam, ahnungslos und weltenfern ist, wie es ihm von der Leitung des Hauses unterstellt wird. Vor zwei Wochen ließ Direktor Ioan Holender bekanntgeben, dass die Vorstellung von Giuseppe Verdis "La forza del destino" am 16. Juni die schlechteste Auslastung der laufenden Spielzeit hatte. Den Grund dafür fand er - kein Witz - in "der Furcht der potenziellen Besucherinnen und Besucher, an Tagen von Euro-Fußballveranstaltungen in die Wiener Innenstadt zu kommen".

Am 16. Juni fand im Wiener Ernst-Happel-Stadion die Begegnung zwischen Österreich und Deutschland statt - ein Gruppenspiel, dessen Termin Monate voraus feststand und das wohl auch den ein oder anderen Verdi-Anhänger interessiert haben dürfte. Holender zog die Konsequenz - und sagte die am Tag des Finales geplante Ballettvorstellung gleich ganz ab.

Offensichtlich hatte die Staatsoper bei ihrer Spielplangestaltung keinerlei Rücksicht auf die


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