Kafka und Alban Berg: ein Fundstück erzählt

Kultur | Armin Thurnher | aus FALTER 27/08 vom 02.07.2008

BÜCHERFUNDE Der Komponist Alban Berg verehrte nicht nur Karl Kraus und Peter Altenberg; er schätzte Franz Kafka und verschenkte dessen Bücher an seine Kollegen Webern und Schönberg.

Jeden Tag passiere ich auf dem Weg ins Büro das Schaufenster des Antiquariats. Es sieht jeden Tag ein wenig anders aus und erfordert meinen täglichen Kontrollblick. Oft genug hatte ich mich ärgern müssen, wenn ein von mir morgens ins Auge gefasstes Buch abends weg war. Man darf nicht zu lange warten, wenn man etwas begehrt. Einmal war mir auf diese Art eine schöne Ausgabe von Stefan Georges Gedichten durch die Lappen gegangen; tagelang hatte ich sie angesehen und über den Preis nachgedacht (mit meinem Antiquar zu handeln ist sinnlos). Als ich mich endlich entschlossen hatte, sie zu kaufen, war sie weg.

Das hatte ich mir gemerkt. Als ich die erste Ausgabe von Kafkas "Das Schloss" da liegen sah, in leicht vergilbtem hellgraublauem Leinen, mit aufgeklebtem rotumrandetem weißem Schildchen, wusste ich gleich:


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