Buch der Stunde

Kafka im Bild

Kultur | Ulrich Rüdenauer | aus FALTER 27/08 vom 02.07.2008

Franz Kafka muss ein höflicher und angenehmer Mensch gewesen sein. In der Kafka-Gemeinde geht es allerdings nicht immer so friedlich zu. Zwei, die sich einst gut verstanden haben, sind zuletzt aneinandergeraten: Klaus Wagenbach und Hartmut Binder. Wagenbach, einer der Ersten, die sich an die Entmystifizierung Kafkas machten, und der sich selbst gerne mit dem Titel "älteste Kafka-Witwe" schmückt, hat vor einiger Zeit den erstaunlichen Band "Franz Kafka. Bilder aus seinem Leben" herausgegeben und sensationelles, zerstört oder verschollen geglaubtes Material zusammengetragen - eine erweiterte Neuauflage des Buches demonstriert glanzvoll diese Pioniertat.

Noch mehr Bilder hat kürzlich der Germanist Hartmut Binder in einer Ausstellung präsentiert und in einen imposanten, schweren Bildband gesteckt: "Kafkas Welt". Der Titel untertreibt nicht, denn man findet darin alles - Bilder jeglicher Orte und Menschen, die Kafka auch an entlegenen Stellen erwähnt. Zuweilen fühlt man sich erschlagen


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