Ohren auf

Tanz, tanz, tanz

Kultur | Gerhard Stöger | aus FALTER 27/08 vom 02.07.2008

Ist die songförmige elektronische Popmusik der Gegenwart womöglich allen knalligen Genrebezeichnungen zum Trotz nur eine Fortsetzung des Electroclash der Jahrtausendwende? Wird der (Synthie-)Pop der 80er auch in den 2010er-Jahren noch massiv nachhallen? Und sind diese Fragen nicht vielleicht komplett egal, solange die jungen Retrovögel ihren Zweck erfüllen, also das Hirn leer und die Tanzfläche voll machen?

The Whip aus Manchester gelingt das gleich in "Trash", dem unwiderstehlichen Auftakt ihres Debüts "X Marks Destination" (PIAS/Edel) ganz ausgezeichnet. Der Text besteht zur Hälfte aus der Schwachsinnszeile "I wanna be trash", aber der simpel Richtung Spontanhysterie drängende Rhythmus sorgt dafür, dass man ihn umgehend mitbrüllt - ausgelassen tanzend, versteht sich. Der zweite Song, "Frustration", nimmt das Tempo als wunderbare Liebeserklärung an New Order kurz raus, "Fire" böllert aufs Neue los. Zwischen diesen beiden Polen - überschäumende Ausgelassenheit und kurzes Innehalten


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