Sommerkino 08

Die Unbedachten

Kultur | aus FALTER 27/08 vom 02.07.2008

Neben den üblichen Rückblicken auf die vergangene Kinosaison - überdacht im Votivkino, unter freiem Himmel im Volxkino, auf der Tribüne Krieau und Schloss Neugebäude und je nach Wetterlage in der Arena - ist das Angebot an historisch und geografisch neugierigen Sommerkinoprogrammen heuer merklich kleiner geworden. Das Stadtkino zeigt wie gewohnt bis Ende Juli Bewährtes aus seinem Repertoire bis zurück zu Lubitsch, am Dach der Wiener Hauptbücherei wird eine brave Selektion von Liebesfilmen präsentiert.

Mehr Ambition trägt die gemeinsame Schau von Filmarchiv und Viennale im Titel: "Kino wie noch nie" zeigt am Augartenspitz eine deutlich am Kino unter Sternen orientierte Mischung aus Kanon, jüngeren Schönheiten und Österreich-Premieren (unter anderem Francis Ford Coppolas "Youth Without Youth"). Die Involvierung der Viennale ins Sommerkino ist laut Direktor Hans Hurch einmalig, das Programm auch als Nachgedanke zu den gescheiterten Plänen eines Filmkulturzentrums am Augartenspitz gemeint. Die Auswahl ist geschmackssicher, aber trotz dreier Themenschwerpunkte (zu Punk, Austrokrimis und Stummfilmkomik) eher konturarm.

Speziellere Kinofreuden gibt es im August im Filmcasino, mit kleinen, feinen Schauen zum aktuellen japanischen Film und zum Hongkonger Genrefilmvielarbeiter Johnny To. Im Hof 8 des Museumsquartiers ist im Juli und August der aktuelle Stand digitaler Laufbildproduktion zu begutachten: Das Festival "frame[o]ut" zeigt bei freiem Eintritt vor allem die Bandbreite zeitgenössischer Computeranimation. Das kürzeste Sommerfilmfestival ist "Stumm & Laut" am Laaer Berg: dreimal Stummfilmkomödie mit Livemusik.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige