Unbeschwert

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 27/08 vom 02.07.2008

FILM Mit "Happy-Go-Lucky" legt Regisseur Mike Leigh eine recht entspannte Attacke gegen das allgemeine Wehklagen vor.

Poppy hat gute Laune. Immer. Auf die Dauer kann das ganz schön nerven. Den grummligen Buchhändler etwa, der sie hartnäckig ignoriert, bis sie ihm beim Verlassen des Ladens zuruft: "Stay happy!" Oder ihre hochschwangere, mit einem Fadling von Mann verheiratete Schwester, die nicht versteht, wie man ohne Reihenhaus auf Kredit und eigene Familie glücklich sein kann.

Poppy, eigentlich Pauline, ist 30 und Volksschullehrerin von Beruf. Sie hat einen Hang zum Chaos, zu schrillen Outfits und fast immer einen lockeren Spruch parat. Ihre permanente Fröhlichkeit wirkt, je nach Gegenüber, entweder ansteckend sympathisch oder bewusst provokant. Einmal liest ihr eine Freundin aus der Hand. Diese lange, tiefe Linie, meint sie, sei ihre "Bullshit-Line".

Mike Leigh hatte schon immer ein Faible für ungewöhnliche Charaktere. Nicht der Plot, die Geschichte und Geschichten bleiben in Erinnerung;


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