Nimmer wieder sonntags

Stadtleben | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 27/08 vom 02.07.2008

ÖFFNUNGSZEITEN Während der Euro hatten die Geschäfte auch sonntags offen. Aber wozu?

Ganz bestimmt hatten sich manche Geschäftsleute einen riesigen Reibach versprochen: massenweise Fußballtouristen aus ganz Europa, viele Berichterstatter und die große Fadesse, bevor dann am Abend endlich im Stadion oder in der Fanzone das Spiel losgeht. Im Juni fand auch an drei Sonntagen im Ernst-Happel-Stadion die Euro statt, Monate vor diesen Ereignissen freute sich die Wiener Wirtschaftskammer auf kaufkräftige Kundschaft und veranlasste, dass deshalb die Geschäfte auch sonntags offen sein dürfen. Ja, man baute sogar ein ganzes Einkaufszentrum direkt neben das Stadion - allerdings musste es aus Uefa- und Sicherheitsgründen geschlossen haben, wenn nebenan die große Fußballsause stieg, wie bitter.

Und dann, nach vier offenen Sonntagen, waren alle enttäuscht, die erwartete Kundschaft blieb aus. Wienmenschen hatten offenbar Besseres vor, als schöne Sommersonntage in Kaufhäusern zu verbringen.


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