Gusenbauers Glück & Ende

Politik | Armin Thurnher | aus FALTER 28/08 vom 09.07.2008

ZEITGESCHICHTE Seine Kanzlerschaft trug von Anfang an ihr Ablaufdatum. War's die Rache des ÖGB, ein provinzieller Zwergenaufstand, die Medien oder mehr? Eine Ursachenforschung.

Alfred Gusenbauers erster Fehler bestand darin, die Nationalratswahl vom 1. Oktober 2006 zu gewinnen. Aller zur Schau getragenen Zuversicht zum Trotz hatten er selbst und die Spitze der Partei erst in der letzten Woche vor dem Wahltag begonnen, an den möglichen Erfolg zu glauben. Zuvor hatte - nicht zuletzt des Bawag-Skandals wegen - die ÖVP Wolfgang Schüssels als unschlagbar gegolten. Gusenbauers Walking Tour quer durch Österreich war als Serie von P.-R.-Fehlern glossiert worden. Wie sollte so einer mit dieser zu knappen Wanderhose je die Wahl gegen den coolen Profi und Amtsinhaber Schüssel gewinnen?

Der hatte sich beim Pflegeproblem freilich allzu cool gezeigt; hochmütig hatte sich die ÖVP auf die Wirkung des Bawag-Debakels und die vermeintliche Schwäche des Kontrahenten verlassen. Alfred Gusenbauer nahm


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