Blutbad und Bastelstube

Kultur | Nicole Scheyerer | aus FALTER 28/08 vom 09.07.2008

KUNST Der Schweizer Künstler Thomas Hirschhorn beendet mit einer Ausstellung in der Secession seinen Österreichboykott. Seine Materialschlachten gegen Konsum und Krieg lassen niemanden kalt. Ein Porträt.

Die Friedrich-Wöhler-Siedlung in Kassel erlebte im Sommer 2002 außergewöhnliche Tage. Durch die Höfe und Grünanlagen der türkischstämmigen Arbeiterfamilien irrten plötzlich Besucher in Designerkleidung. Irgendwo zwischen den Wohnsilos sollte ein Höhepunkt der Documenta 11 versteckt sein. "Das Bataille-Monument muss man gesehen haben", rieten Bekannte und Kunstkritiker, obwohl sie sich mit der Erklärung des empfohlenen Kunstwerks schwertaten. Der 1957 geborene Schweizer Künstler Thomas Hirschhorn hätte mit den Anrainern ein Denkmal für den Philosophen Georges Bataille samt Bibliothek und TV-Studio gebaut. Dort fänden Workshops statt und eine Imbissbude gäbe es auch. Die Frage "Und warum ausgerechnet Bataille?" konnte aber keiner der Begeisterten beantworten.

Ein Künstler,


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