Buch der Stunde

Einfach komplex

Kirstin Breitenfellner | Kultur | aus FALTER 28/08 vom 09.07.2008

Dass die Bände der neu gegründeten edition unseld des Suhrkamp Verlags eher schmal sind, vermindert die Hemmung, sich mit ihren anspruchsvollen Themen auseinanderzusetzen. Sie treten mit unterschiedlichem Erfolg den Beweis an, dass man komplexe Inhalte nicht unbedingt auf hunderten von Seiten auswälzen muss, um erkenntnistheoretischen Gewinn davonzutragen. Um Erkenntnistheorie geht es auch gleich im ersten Band. In "Komplexitäten. Warum wir erst anfangen, die Welt zu verstehen" gelingt der Professorin für Wissenschaftstheorie Sandra Mitchell das Kunststück, auf einfache Weise darzustellen, warum einfache Modelle der Wissenschaft sich angesichts der Wirklichkeit komplexer Systeme als unzulänglich erwiesen haben. Als Ersatz schlägt Mitchell die Methode des integrativen Pluralismus vor.

Seit Jahrhunderten, so Mitchell, bemühe sich die Wissenschaft, die Welt anhand simpler, universell gültiger, zeitloser Grundprinzipien zu erklären. Und das durchaus mit einigem Erfolg. Allerdings

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