Kritik kurz

Kultur | aus FALTER 28/08 vom 09.07.2008

Chiko heißt eigentlich Isa heißt eigentlich Jesus. Aber weil alle ihn so nennen, schon immer, hat sich der junge Rabauke, der hoch hinaus will, seinen Spitznamen in großen Lettern auf den Unterarm tätowieren lassen. Zusammen mit Tibet, seinem "Bruder", will Chiko ins Drogengeschäft einsteigen, doch als dieser ihren Auftraggeber (Moritz Bleibtreu) gleich beim ersten Job hintergeht, nimmt das Unheil seinen Lauf. So viel zur Handlung. "Chiko" ist ein brutaler, dabei politisch überkorrekter Film. Verbrechen, so die Botschaft, zahlt sich nicht (lang) aus. Das markiert den wesentlichen Unterschied zu Autor-Regisseur Özgür Yildirims erklärten Vorbildern, allen voran: "Mean Streets" von Martin Scorsese. Eine richtige Entdeckung ist Denis Moschitto, ein in Dutzenden von Fernsehkrimis erprobter Kraftlackel, dessen kunstvolle Slanguage der Titelfigur zugleich Authentizität und sozialen Hintergrund verleiht. Digger, ficken, Fotze. Kein anderer Gangsterfilm der letzten Jahre hat so über die


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