Stadtleben

Stadtleben | aus FALTER 28/08 vom 09.07.2008

Sex

Igeln Noch einmal das Thema Tierwelt. Ein aufmerksamer Leser behauptet, dass der Weltrekord auditiver Verwirrung beim Sex nicht von Menschen und schon gar nicht von Pornofilmemachern gehalten wird, sondern von ganz was anderem. Wenn man in einer lauen Sommernacht in den Wald lauscht, das muss nicht einmal sehr konzentriert sein, und man plötzlich den Eindruck bekommt, jemand würde gerade mit mehreren Bauchstichen dahingerafft, dann ficken Igel. Die röhren sich angeblich beim Sex einen Wolf, und es soll sich sehr spooky anhören. Schade, obwohl am Land aufgewachsen, habe ich dieses Hörspiel nie genossen. Oder das Kasamandl hat gar nicht so laut gebrüllt, weil ich nicht brav war, und die Eltern haben sich die vor dem Kinderzimmer kopulierenden Igel für Erziehungsmaßnahmen zunutze gemacht? Ich glaube die Geschichte jedenfalls und schlage daher als neues Verb für ordentlichen Sex "igeln" vor. Was aber dann genau "einigeln" bedeutet, darüber vermag ich nicht einmal zu fantasieren.

Heidi List

Fussball

Die Sprache des Fußballs (Ende) In Österreichs Fußballstadien war lange Zeit eine merkwürdige Floskel gebräuchlich. Die Lautsprecherdurchsage in der zweiten Halbzeit, in der die Zuschauerzahl bekannt gegeben wird, wurde mit den Worten "für die Presse" eingeleitet. Der Platzsprecher sagte also zum Beispiel: "Für die Presse: 5000." Kurios daran war, dass eine Nachricht, die eh alle interessiert (sonst müsste man's ja nicht der Zeitung sagen), zwar öffentlich verlautbart, gleichzeitig aber als Insiderinformation (psst, nur für die Presse!) verpackt wurde. Vor ein paar Jahren ist "für die Presse" aus den Stadien verschwunden. Stattdessen heißt es jetzt devot: "Der SK Soundso bedankt sich bei soundsovielen Besuchern." Und wer sagt's der Presse weiter? Hiermit beenden wir unseren kleinen Sprachkurs. Für die Presse: Der Autor bedankt sich bei allen Lesern für die Lektüre.

wolfgang kralicek


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