Meister Mony aus Wien

Politik | Veronika Seyr | aus FALTER 29/08 vom 16.07.2008

POLITISCHES BUCH Er nannte sich "König von Plaszow" und tötete aus Leidenschaft. Eine Biografie beschreibt erstmals das Leben des KZ-Kommandanten Amon Göth.

Eine im Guten wie im Schlechten typisch österreichische Karriere: Von der heimischen Geschichtsschreibung noch immer ausgeblendet, durch den Film "Schindlers Liste" zu internationalem Ruf gekommen, sieht man den Mann vielleicht noch vor sich. Hoch gewachsen, halbnackt, den Bauch vorgestreckt, in der linken Hand eine Zigarette, in der rechten ein Sturmgewehr, steht er auf dem Balkon, zwei Riesendoggen neben sich. 500 Tage herrscht Amon Leopold Göth als "König von Plaszow" über das Konzentrationslager bei Krakau, ist Herr über Leben und Tod von zehntausenden jüdischen Gefangenen, jederzeit bereit, sie "abzuknallen" und "umzulegen", die Bluthunde Alf und Ralf auf sie zu hetzen, Massenerschießungen anzuordnen und sich an jüdischem Eigentum zu bereichern. Es ist jener Göth, dem Oskar Schindler die 1200 Häftlinge für seine Fabrik


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