Fernsehen

Medien | Barbara Tóth | aus FALTER 29/08 vom 16.07.2008

Es war die Woche der politischen Entscheidungen und die ORF-Information hielt tapfer mit den Ereignissen mit. Programmunterbrechung, Sondersendung, Diskussionsrunde am Tag des Koalitionsbruches. An den Folgetagen dann ausführliche "ZiB 2"-Interviews, bei denen Armin Wolf alle Register der Interviewtechnik demonstrieren konnte, zwischen einfühlsamem Nachhaken (wenn er Gusenbauer nach seinen persönlichen Schwächen fragte) bis zu impertinentem Unterbrechen (beim schulmeisternden Molterer). Nur in einem Bereich blieb der ORF hinten nach. Auf IPTV. Noch nie davon gehört? Auf der seiner Homepage stellt der ORF ungeschnittenes Material online, das oft mehr über die gefilmten Akteure aussagt als die schönst geschnittenen Reportagen. Nur zu den aktuellen Ereignissen fand sich nichts. Standard.at war aktueller: Fast zehn Minuten lang konnte man beispielsweise online zusehen, wie Gusenbauer, Faymann und Bures nach dem Parteipräsidium vor die Presse traten, blaß, verschwitzt, alles andere als souverän. Höchste Zeit, dass der ORF sein TV-on-Demand-Angebot erweitert. Material dafür schlummert in den Archiven sicher genug.


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