Diskurs für Anfänger

Performativer Ausnahmezustand

Kultur | aus FALTER 29/08 vom 16.07.2008

Nirgendwo finden Philosophen besser bezahlte Nebenjobs als in der zeitgenössischen Kunst. Ohne Agamben und Foucault geht der Kunsti nicht ins Bett. Mit den Worten: "Um mit Jacques Rancière zu sprechen, das ästhetische Regime der Kunst schreibt sich dem Dissensuellen des Politischen ein", lässt sich jede Biennaleparty aufmischen. Die anderen Begriffe, die parat haben sollte, wer in der "Disku" tanzen möchte, würde man nicht unbedingt mit Videos und Installationen in Verbindung bringen.

Hast du symbolisches Kapital, dann wirst du irgendwann auch einmal zu richtigem kommen. Pierre Bourdieus Untersuchungen des künstlerischen Feldes erweckten den Eindruck, dass es sich lohnt, sich erst mal brotlos von anderen abzuheben (bringt Distinktionsgewinn), um dann umso erfolgreicher durchzustarten. Seitdem der Kunstmarktboom alle gleich machte, sind die Thesen des 2002 verstorbenen Soziologen ein wenig außer Mode gekommen.

Ob Installationen, Geschlechter, Gebäude oder Regenschirme: Nenn sie einfach


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