Buch der Stunde

Tramperabschied

Kultur | Ingrid Brodnig | aus FALTER 29/08 vom 16.07.2008

Diesmal war sich Helge Timmerberg gar nicht sicher, ob er aufbrechen sollte - doch dann fand sich der Reisejournalist im Zug nach Italien wieder. Und schließlich fuhr er doch "In 80 Tagen um die Welt". Für sein neuestes Buch ist der Deutsche der Route von Jules Verne gefolgt - wenn auch mit einigen Kurskorrekturen. Heraus kam eine weitere charmante Reiseerzählung. Timmerberg gibt sich in seinen Büchern eben nicht mit pompösen Denkmälern oder goldenen Sandstränden ab, er schildert Begegnungen mit Einheimischen und besondere Momente, die viel über die Seele eines Landes, ja sogar über den Menschen an sich verraten. Und er tut das mit so viel Witz und wunderbar salopper Sprache, dass selbst Banales faszinierend klingt und die tiefste Depression Mut verleiht. Mit Tokio kann sich der Weltenbummler zum Beispiel nicht so recht anfreunden - bis er die Bar der "Zen-coholics" findet. Dort sitzen einsame Japaner, starren geradeaus und betrinken sich alleine. Für Timmerberg sind sie die modernen

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