Russenküche ohne Disco

Wolfgang Kühnelt | Stadtleben | aus FALTER 29/08 vom 16.07.2008

NEUES LOKAL Das "erste und einzige russische Restaurant in Graz" nennt sich Jana & Galina stolz. Ob Wladimir Kaminer damit seine Freude hätte?

In seinem post-sozialistischen Kochbuch "Küche totalitär" schildert der in Berlin lebende Autor Wladimir Kaminer eindrücklich die Bedeutung von Ananas und Wodka für die russische Kulinarik. Gleich vorweg: Beides spielt im neuen Grazer Russenbeisl Jana & Galina keine allzu große Rolle. Zumindest nicht tagsüber, denn in der Nacht wandelt sich das Lokal nach den Vorstellungen seiner Besitzerin Jana Iesilgul zur Cocktail-Bar. Diese Zweitnutzung wäre eigentlich gar nicht vonnöten, denn das Restaurant wird sich auch so bestimmt länger an diesem nicht ganz unproblematischen Standort halten als der italienische Vorgänger La Scala (Falter 29/07). Das vernebelte Ristorante wurde von italienischem Kitsch befreit, erfreulicherweise halten sich die entsprechenden russischen Versatzstücke in Grenzen. Zu dieser Jahreszeit ist aber ohnehin der Gastgarten

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