hundert jahre zeitausgleich

Stadtleben | Johannes Schrettle | aus FALTER 29/08 vom 16.07.2008

Zwei Minuten für überhaupt nichts

"Wenn in Graz alle zum Singen zusammenkommen, scheint die Sonne"

Dieses Internet macht ja vieles möglich, zum Beispiel: E-Mails schreiben. Zu den besonders verabscheuungswürdigen gehören Massenmails aus dem Urlaub, die mit: hallo, ihr lieben! beginnen. Man möchte dem Absender und allen anderen Adressaten ganz schlimme Krankheiten an den Hals wünschen. Aber es ist ja nichts ewig, wie ein großer Geschichtslehrer, der hier herzlich gegrüßt werden soll (die anderen bitte einfach ignorieren) gesagt hat. Der Kapfenberger Freitagsflirt wird mit Ingrid und den Steirerboys zu Ende gehen, die pittoresken Gassen und malerischen Hauseingänge werden sich wieder mit Kärntner Studenten füllen, die immer grinsen und fragen, ob du zwei Minuten Zeit für missbrauchte Kinder hast oder auch zwei Minuten Zeit für den Tierschutz und dann, spätestens im September, zwei Minuten Zeit für die Zukunft und für die Erhaltung der SPÖ. Am Hauptplatz werden wieder Kundgebungen abgehalten werden, rauchende Mütter werden in den Cafés sitzen, während ihre Kinder und ihre Haustiere in den nicht mehr so überhitzten Autos sitzen und winseln. Die Frösche werden sterben. Weihnachten wird ganz besonders besinnlich, das Benzin wieder billiger, Kapfenberg wird wieder absteigen. In diesem Sinne, ihr Lieben: Ganz liebe Grüße und euch allen einen wunderschönen guten Rutsch!


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige