Der Rest ist Regen

Gregor Schenker | Kultur | aus FALTER 30/08 vom 23.07.2008

THEATER In Murau hat der aus England stammende Schauspieler Nicholas Allen ein wunderbares Festival aufgezogen, das Shakespeare im Original auf die Schlossbühne bringt. Auch bei Schlechtwetter.

Wenn die Sonne nur in schmalen Streifen durch die Gewitterwolken bricht, dann bekommt das satte Wiesengrün der Obersteiermark einen hellen, fast giftigen Stich. Ein bisschen erinnert das an Neuseeland. Und die Hagelkörner beginnen zu trommeln. Das bedeutet Stromausfall. Und dass das Unwetter noch länger andauern wird. Für Freiluftspielbetreiber, die gerade vor der Premiere stehen, bedeutet es vor allem eines: maximalen Stress. Schnell noch die ganze Truppe in die Ausweichlocation karren und umprobieren. Nicholas Allens Hand ist ständig am Telefon. „Ja, wir werden spielen.“ Er versucht weiter, den gelassenen Briten zu geben, aber er ist nervös. Noch nie in der siebenjährigen Geschichte von „Shakespeare in Styria“ konnte man nicht im Hof des Schlosses Murau spielen. Ja, vor zwei Jahren

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