Steirerbrauch

Stadtleben | aus FALTER 30/08 vom 23.07.2008

BUSCHENSCHANK Siebzehn Steirermischungen später ist dann auch der Vater in die Knie gegangen. Ist wie in Zeitlupe von der Holzbank der Buschenschank gekippt, hat einen halben Purzelbaum geschlagen, den Schwung geschickt gebremst und sich dann auf allen Vieren einen neuen Platz im weichen Gras der Sommerwiese gesucht. Die Frau sauer. Die Kinder geschämt. Kein Grund, weil, wohin du geschaut hast, die Wiese schon voller Väter war. Eine Drängelei! Geschlafen die einen, die anderen noch mit Leben. Gekrochen, gewälzt, gezuckt, gerollt, gerobbt. Und in der Luft ein süßes Singen und Summen, ein leises Schluchzen, ein letztes Juchzen. Der Vater ist nur zweimal zusammengestoßen und dann im Baumschatten ins Gras gesunken. Warum er dabei die Titelmelodie von Black Beauty gepfiffen hat, hat er auch am nächsten Tag niemandem erklären können. T.W.


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