Glossar

Welche Wörter es braucht, um die Wirtschaftskrise zu verstehen

Politik | aus FALTER 30/08 vom 23.07.2008

Inflation

Wenn man immer weniger für sein Geld bekommt, dann gibt es Inflation. Der Wert des Geldes bläst sich auf, schwillt an – so die lateinische Ursprungsbedeutung des Begriffs. Schuld daran ist nicht die Knappheit der Güter, sondern das Zuviel an Geld, das im Umlauf ist.

Deflation

In der heutigen, konsumorientierten Zeit ein nahezu theoretisches Phänomen: Die Nachfrage sinkt, die Preise werden billiger, die Kaufkraft des Konsumenten steigt. Zuletzt war das während der Depression der 1930er-Jahre der Fall.

Stagflation

Klingt wie eine Krankheit, ist volkswirtschaftlich gesehen auch eine. Stagflation wird eine Phase genannt, in der wirtschaftliche Stagnation, verbunden mit hoher Arbeitslosigkeit, und Inflation zusammentreffen. Sie trat erstmals mit der ersten Ölpreiskrise Anfang der 70er-Jahre auf und wird gerade wieder herbeibeschworen. Was dagegen tun? Eine expansive Geld- und Budgetpolitik kann die Arbeitslosigkeit vielleicht bekämpfen, erzeugt aber eine eskalierende Inflation, die sich schließlich nur noch mit schmerzhaft hohen Zinsen und einer künstlichen Rezession beenden lässt. Bei einer stabilitätsorientierten Geldpolitik pendeln sich die Konjunktur und der Arbeitsmarkt hingegen nach einiger Zeit von selbst wieder ein – unter Schmerzen.

Rezession

Eine Rezession ist da, wenn das Wirtschaftswachstum während zweier aufeinanderfolgender Quartale ausbleibt. Rezessionen sind nicht automatisch schlecht. Durch die Ölpreiskrisen lernten wir etwa, neue Energietechnologien zu entwickeln. Derzeit regt die Finanzmarktkrise neue Kontrollmechanismen für die Bankenwelt an.

Depression

Wie Rezession, nur schlimmer. Langanhaltend, mit politischen Verwerfungen.

Derzeit ist so etwas aber nicht in Sicht.


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