Kommentar

Peter Noever bleibt auf dem Teppich

Kultur | Nicole Scheyerer | aus FALTER 30/08 vom 23.07.2008

„Wien ist eine fürchterliche Genievernichtungsmaschine.“ In großer, schön geschwungener Handschrift zieht sich dieses Thomas-Bernhard-Zitat über den Büroteppich von Kulturministerin Claudia Schmied. Als Peter Noever letzten Winter das Office der Politikerin neu gestaltete, krönte der Mak-Direktor seine Auswahl an Designermöbeln mit einem Bodenbelag, auf den von ihm selbst geschriebene Literaturfragmente gedruckt sind. Kein Wunder, dass Schmied nicht zu den Demolierern von Geistesgröße zählen wollte und wiederum ihre Signatur unter die Verlängerung von Noevers Vertrag bis 2011 setzte. Der Museumsleiter wird also sowohl seinen 70er als auch das 25-jährige Dienstjubiläum im Mak begießen können. „Eine schleimige Aktion“, nannte der Grüne Wolfgang Zinggl die Art, wie Noever den Teppich unter Schmied ausgerollt hat.

Noch bedenklicher als die „Schleimerei“ erweist sich aber die Frage, was für ein Licht diese so kurz vor Dienstschluss getroffene Entscheidung auf Schmieds


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