Das Glück der anderen

Kultur | Gudrun Braunsperger | aus FALTER 30/08 vom 23.07.2008

LITERATUR Vor 180 Jahren wurde der russische Autor und Literaturkritiker Nikolaj Tschernyschewskij geboren. Sein sozialutopischer Roman „Was tun?“ wirkte bis 1968 nach. Eine Erfolgsgeschichte.

Kein Roman von Turgenjew, kein Werk von Tolstoi habe einen so tiefen Einfluss auf die russische Jugend ausgeübt wie Nikolaj Tschernyschewskijs Roman „Was tun?“, urteilte der russische Anarchist Pjotr Kropotkin. Tschernyschewskijs programmatischer Roman, der gleich nach seinem Erscheinen 1863 in Russland verboten wurde, wäre nach heutigen Maßstäben ein Bestseller; seine Abschrift kursierte damals im Untergrund und sein Autor war populär wie heute Paulo Coelho.

Zwar ist der Vergleich gewagt, die weltanschaulichen Ansätze und die daraus abgeleiteten Antworten könnten konträrer nicht sein; nicht die spirituelle Suche nach innerer, sondern die nach äußerer Freiheit bestimmten Tschernyschewskijs Denken, seine Ideen zur Umgestaltung der Gesellschaft orientierten sich an der Dialektik Hegels,


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige